Holi Snoli

»Das ist Holi Snoli«, sagt der kleine Niklas. »Den darf niemand berühren! Hörst du! Niemand!«, ergänzt er mit der frechen Piepsstimme seiner selbstbewussten siebeneinhalb Jahre.

»Wie soll das denn gehen?«, will Luis wissen. Er ist zwar kaum älter aber immerhin einen Kopf größer als der kleine Niklas. »Wie soll der fertigwerden, ohne dass jemand ihn berührt?«

»Niemand außer mir natürlich. Es ist mein Holi Snoli.« Der kleine Niklas verschränkt seine Arme vor der Brust und reckt seine Nase in die Höhe.

Luis wirft einen schmachtenden Blick auf den halb fertigen Schneemann. Zu gerne hätte er mitge­macht, denn eins muss er dem kleinen Niklas lassen: Er hat sauber gearbeitet. Obwohl die Schneedecke nur sehr dünn ist, hat er weder Gras noch Steine eingerollt. Oder er hat sie nach­träglich rausgefriemelt. Das kann Luis natürlich nicht so genau erkennen. Keine Knubbel, kein Dreck. Reiner weißer Schnee. Genauso ordentlich wie das Haus, der Vorgarten, die Garage.


Als Niklas sicher ist, dass Luis keine Gefahr für seinen Holi Snoli darstellt, geht er in die Hocke, klaubt ein Häufchen Pappschnee zusammen und beginnt, mit höchster Präzision die Kugel für den Kopf zu rollen.


Luis setzt sich auf das kleine Mäuerchen, das den Vorgarten zum Nachbargrund­stück abgrenzt. Er sieht Niklas zu, aber in Gedanken ist er noch ganz bei seinem fluchtartigen Aufbruch von zu Hause. »Bin mal kurz bei Max«, hatte er gerufen, als er sich durch die Wohnungstür verdrückt hatte. Dabei ist Max heute gar nicht zu Hause, das weiß Luis ziemlich genau. Am Nachmittag des Heiligabends wird Max samt kleinem Bruder zu seiner Tante Astrid verbannt, bis seine Eltern ihre Vorbereitungen abgeschlossen haben. Max hatte die Augen verdreht und Grimassen geschnitten, als er Luis am letzten Schultag vor Weihnachten von dieser Heiligabendverbannung erzählt hatte. Und noch was hatte Max erzählt, nämlich dass er nach Weihnachten mit seinen Eltern wegziehen wird. Luis ist traurig. Mit wem soll er dann spielen. Und jetzt meldet sich auch noch sein schlechtes Gewissen. Er mag nämlich eigentlich keine Lügen, schon gar nicht an Heiligabend. Aber wie sonst hätte er dem Vorweihnachstchaos entkommen sollen? Baby Inga brütet irgendwas aus und schreit ununterbrochen. Luis kleiner Bruder Niko heult, weil er nicht fernsehen darf. Mama putzt und ist genervt. Und Papa versucht, noch eine neue Lichterkette für den Weihnachtsbaum zu bekommen, bevor die Geschäfte schließen. In der nächsten Stunde wird niemand Luis vermissen, soviel ist sicher. Er war das muffige Treppen­haus nach unten gerannt. Dann von der quiet­schenden Haustür nach rechts bis zur Bäckerei Struthmann. Bis dorthin darf er manchmal alleine gehen. Sonntagsmorgens zum Beispiel, zum Brötchenholen. Heute ist Luis weiter gegangen. Den Weg, den er schon oft mit Mama gegangen ist, wenn sie Zeitungen austrägt. Direkt hinter Struthmanns Laden die kleine Gasse nach rechts zum Friedhof und von dort ins Sonnfeld. So heißt das Wohngebiet mit all den schönen neuen Häusern, die Luis sich so gerne ansieht. Die breiten Zufahrten zu den Doppelgara­gen, die hellen Fassaden, die hübschen Gärten, die jetzt still und weiß daliegen. Kein Mensch, kein Auto, niemand weit und breit. Niemand außer Niklas.

 

Holi Snolis Kopf hat inzwischen schon einen ordentlichen Umfang und der kleine Niklas hängt bei­nahe mit der Nase im Schnee, um zu kontrollieren, dass seinem Rollweg auch nicht das kleinste Stein­chen in den Weg kommt.

»Warum hat dein Schneemann so einen komischen Namen?«, will Luis wissen.

»Das ist nicht komisch. Das ist Englisch«, meint Niklas ein wenig aufgeblasen. »Rupert ist schon in der fünften Klasse. Sie haben vorgestern mit Frau Pruschka Weihnachtsvokabeln gelernt.«

Rupert ist Niklas‘ großer Bruder, das weiß Luis. Er hätte auch gerne einen großen Bruder, denkt Luis. Mit seinem Bruder Niko, der im November erst drei geworden ist, kann er nicht viel anfangen.

»Holi heißt heilig«, erklärt Niklas fachmännisch. »Und Sno heißt Schnee. Heiliger Schnee. Passt doch gut, oder? Ich hab es ein bisschen abgewandelt, damit es sich lustiger anhört.«

»Stimmt!«, lacht Luis, denn er findet, dass Holi Snoli wirklich lustig klingt.

Luis und Niklas gehen in die gleiche Klasse, in die 2b der Weststadt-Grundschule. Niklas ist eines der wenigen Kinder aus dem Sonnfeld, die die Weststadt-Grundschule besuchen. Die meisten Kinder, die hier wohnen, werden mit dem Auto zur Schule im Nachbarort gefahren. Luis Eltern haben gerade kein Auto, weil zu Hause das Geld knapp ist. Die Firma, in der sein Papa gearbeitet hat, ist pleite gegangen. Mama arbeitet im Krankenhaus, aber davon kann man keine Familie ernähren, sagt sie. Deshalb wünscht sich Luis sich zu Weihnachten, dass sein Papa wieder Arbeit findet. Er schiebt die trüben Gedanken beiseite und beobachtet Niklas. Der hebt eine fußballgroße Kugel aus gerolltem Schnee hoch und hält sie abschätzend in Richtung des kopflosen Schneemann-Rumpfes. Er scheint mit dem Ergebnis seiner Prüfung offensichtlich nicht zufrieden, denn er legt die Kugel behutsam zurück in den Schnee und rollt weiter. Die Einfahrt sieht inzwischen aus wie ein zerknittertes weißes Blatt Papier, auf das jemand mit einem breiten grauen Stift wirre Linien gezeichnet hat. Es sind nicht mehr viele weiße Flächen übrig, und das meiste davon ist auch schon von Niklas‘ Winterstiefeln zertrampelt. Das ist der Preis des schönen Schneemanns, denkt Luis, und auch, dass man die linke Seite der Doppelgarage nicht mehr benutzen kann, ohne Holi Snoli zu überfahren. Er sagt es aber nicht laut. Er findet Niklas eigentlich ganz nett und will ihm die Freude nicht verderben.

»Will dein Bruder denn nicht helfen?«, will Luis wissen.

»Der liegt mit Fieber im Bett.«

»Das ist doof. An Heiligabend mit Fieber im Bett ist doof.«

Niklas zuckt mit den Schultern. Der Kopf ist jetzt fertig, ungefähr so groß wie ein Kürbis. Niklas trägt ihn mit langen Armen vor dem Bauch bis zu seinem Holi Snoli. Er schnauft, als er versucht, die Kugel hochzustemmen. Es klappt nicht. Er versucht es erneut. Wieder vergebens. Da springt Luis auf und bevor Niklas irgendwelche Einwände äußern kann, hat er die Kugel gepackt und hievt sie hoch. Er setzt sie auf die obere Rumpfkugel auf, drückt und schiebt daran herum, bis sie kerzengerade über den beiden anderen Kugeln angeordnet ist. Aufgeregt hüpft Niklas auf und ab. Dann rennt er zur Garage hinüber und kommt mit einem Eimer in der Hand zurück. Luis beugt sich vor, um einen Blick hineinzuwerfen. Ein rotweißer VfB Schal liegt darin. Cool! Obendrauf eine dicke Möhre, ein schwarzer Schnürsenkel, ein paar dunkle Steine. Als Luis wieder aufsieht, wirft Niklas ihm einen strengen Blick zu, der unmissverständlich ist: Nichts anfassen!

Niklas greift in den Eimer und nimmt die Karotte heraus. Auf Zehenspitzen und mit Schwung bohrt er sie in Holi Snolis Kopf, genau dort, wo eine Nase hingehört. Dann kramt er die Steine hervor und drückt zwei davon einen Fingerbreit oberhalb der Karottennase in den Schnee, einen links, einen rechts. Die übrigen Steine werden zu Knöpfen einer unsichtbaren Jacke. Den Schnürsenkel legt Niklas doppelt zu einem breiten Grinsemund. Dann bindet er noch den roten Schal um Holi Snolis Hals und setzt ihm den leeren Eimer umgekehrt als Hut auf den Kopf. Wieder hüpft Niklas auf und ab, als hätte er Federn unter den Schuhsohlen.

»Fertig! Fertig! Fertig!«, ruft er ausgelassen und springt im Kreis um sein Meisterwerk wie Rumpel­stilzchen ums Feuer.

»Die Arme fehlen«, ruft Luis dazwischen und Niklas bleibt so abrupt stehen, dass er beinahe hin­stürzt.

»Holi Snoli braucht Arme!«, wiederholt Luis fachmännisch. »Wie soll er essen oder sich in der Nase popeln oder einen Besen halten, wenn er keine Arme hat?«

»Schneemänner essen nicht«, kontert Niklas, »und in der Nase popeln sie auch nicht.«

»Vielleicht würden sie aber gerne, wenn sie Arme hätten«, hält Luis dagegen.

»Hmh«, Niklas wirft Luis einen anerkennenden Blick zu. »Wie macht man Arme?«

»Du musst zwei dicke Schneewürste rollen und an die Seite pappen. Und dann ziehst du Hand­schuhe drüber.«

»Meine?«, fragt Niklas und schaut auf seine dicken blauen Ski-Handschuhe.

Luis zuckt mit den Schultern.

Niklas strahlt. Die Idee scheint ihm zu gefallen. Er sucht sich ein noch unberührtes Fleckchen Schnee und beginnt, eine Schneewurst zu rollen.

»Darf ich auch einen Arm machen?«, fragt Luis.

»Nein, darfst du nicht! Das ist mein Holi Soli!«

»Aber es war meine Idee! Du darfst ja auch meine Idee benutzen!«

Das scheint Niklas einzuleuchten, aber er ist noch nicht ganz überzeugt.

»Sonst musst du mir meine Idee zurückgeben und dann kriegt der Schneemann keine Arme! Und den Kopf nehme ich auch wieder runter!«

»Na gut«, gibt Niklas nach. »Aber nur den Arm rollen! Festmachen tu ich ihn selber!«

»Abgemacht!«, ruft Luis und freut sich. Sofort sucht er sich ein Stückchen unversehrte Schnee­decke und legt los. Nach einer Weile halten sie die Schneewürste nebeneinander. Niklas muss ein bisschen kürzen und Luis noch zweimal rollen, dann haben sie zwei Arme. Niklas pappt den ersten seitlich aufwärts­ragend an die Rumpfkugel. Mit der einen Hand hält er den Arm, mit der anderen verstreicht er die Ränder. Aber als er loslassen will, reißt die Naht wieder auf. Hilfesuchend schaut Niklas zu Luis hinüber. Der legt seine Schneerolle ab und holt zwei dicke Hände voll Schnee, die er um den Armansatz pappt, bis es hält. Mit dem zweiten Arm machen sie es genauso. Dann stehen sie in gemeinsamer An­dacht vor Holi Snoli und bewundern ihn mit Ehrfurcht. Doch etwas passt nicht. Niklas‘ Stirn – zu­mindest das, was unterhalb des Mützenaufschlags hervorlugt – legt sich in grüblerische Falten. Er schaut auf seine Handschuhe.

»Die Arme sind ja viel zu dick, da passen meine Handschuhe doch gar nicht drüber.«

»Warte«, ruft Luis. Er geht zu dem Mäuerchen hinüber, auf dem er vorhin gesessen hat. Mit einem Satz steht er obendrauf und streckt sich, bis er den Ast eines Baumes erwischt und zwei kurze Zweige abbricht.

»Hier.«

Niklas kapiert sofort und steckt die Äste bis zur Hälfte in die Armstümpfe. Er führt seine rechte Hand zum Mund, packt den Stoff des Handschuhs mit den Zähnen und zieht seine Hand heraus. Genauso mit der linken. Er stülpt die Handschuhe über die Äste, die aus den Armstümpfen herausragten. Mann, sieht das gut aus! Niklas hüpft wie ein Schachtelkasper und freut sich über seine Schöpfung, die im dämmrigen Tageslicht fast leben­dig wirkt. Und Luis freut sich, weil er nun doch hat mitmachen dürfen.

 

Sie begreifen nicht sofort, was passiert, als ein Lufthauch zwischen ihren Köpfen hindurchzischt und eine Millisekunde später ein undefiniertes Etwas mit einem dumpfen Patsch den Kopf des Schneemannes trifft. Ein Auge fällt herunter und rollt Niklas vor die Füße. Der steht starr vor Schreck, unfähig zu irgendeiner Reaktion. Doch Luis ist schon herumgewirbelt. Im Bruchteil einer Sekunde hat er die Lage erfasst. Die Angreifer haben sich auf der anderen Straßenseite hinter einem schwarzen Wagen ver­schanzt und feuern von dort Schneebälle auf Holi Snoli ab. Das zweite Geschoss zischt durch die Luft und trifft Luis hart an der Schulter.

»Autsch!«

Da müssen Steine im Schnee sein, so weh wie das tut. Aber Holi Snoli hat zum Glück nichts abgekommen. Die nächsten beiden Geschosse gehen nur haarscharf an dem weißen Kerl vorbei. Dann schlägt etwas hart auf Luis Stirn auf. Er torkelt einen Schritt rückwärts, doch bevor die Absender wieder in den Schutz des Autos ab­tauchen können, hat Luis einen Schopf rotbrauner Korkenzieherlocken erspäht. Starr vor Schreck und Schmerz fixiert er die Stelle, an der die wilde Mähne hinter der Motorhaube verschwunden ist. Korkenzieher-Emma mit ihrer Bande! Luis wird es ganz mulmig in der Magengrube. Mit denen legt man sich besser nicht an. Die übelsten Geschichten werden in der Schule über sie erzählt. Fünf Mädchen insgesamt. Alle schon in der vierten Klasse. Die steckten locker jede Jungs-Bande in die Tasche.

»Niklas, tu doch was! Niklas, tu doch was!«, spotten die Mädchen und lachen frech. Luis Hirn arbeitet fieberhaft. Er wird Holi Snoli nicht aufgeben. Niemals! Und Niklas nicht alleine lassen. Auf gar keinen Fall!

»Die wollen unseren Holi Snoli kaputt machen«, weint Niklas. Seine Stimme ist schrill vor Entsetzen.

Hat Niklas tatsächlich ›unseren‹ gesagt? Ein kurzes, wohliges Gefühl keimt in Luis Brust auf. Ein ganz kurzes, denn eine Millisekunde später fegt ein weißes Etwas mit einem lauten Klonk den Eimer von Holi Snolis Kopf.

»In Deckung!«, ruft Luis Niklas zu und marschiert bebend vor Zorn in Richtung Straße. Die nächs­ten Eisbälle sausen durch die Luft und Luis macht sich bereit, sie abzuwehren. Aber sie kommen gar nicht bei ihm an. Wie kann das sein? Es scheppert laut. Direkt vor ihm stürzt ein altes klappriges Fahrrad, auf dem ein ebenso alter klappriger Mann sitzt, um. Einfach so. Wo ist der denn hergekom­men? Aus dem Nichts? Luis steht eine Sekunde wie versteinert. Erst als er das erschreckte Flüstern der Mädchen hört und aus den Augenwinkeln bemerkt, wie sie sich im Schutz der geparkten Autos verdrücken, kommt wieder Leben in ihn. Er läuft zu dem alten Mann hinüber auf die Straße. Der hat sich schon halbwegs aufgerappelt und Luis hilft ihm, auf die Füße zu kommen und das Fahrrad aufzu­stellen.

»Um Himmels willen!«, hört Luis eine aufgeregte Frauenstimme rufen. »Geht es Ihnen gut?«

Jetzt erst bemerkt Luis die Frau, die vom Haus her angelaufen kommt und Niklas an der Hand hält. Niklas‘ Mutter.

»Ja, alles in Ordnung. Es geht schon.« Der alte Mann klopft sich den langen, mit einem Gürtel ge­haltenen Mantel ab. Dann übernimmt er das Fahrrad und lächelt Luis durch die hellbraune Fülle sei­nes langen Vollbartes an. »Danke, mein Junge.«

»Was ist denn eigentlich passiert?«, will Niklas‘ Mutter wissen.

»Ich fürchte, ich bin in einen weiblichen Hinterhalt geraten«, erklärt der bärtige Mann und schmunzelt.

»Weiblicher Hinterhalt?« Niklas Mutter hat Fragezeichen in den Augen.

»Ja!«, bestätigt Niklas und erzählte, wie er und Luis den Schneemann gebaut haben und wie plötzlich Korkenzieher-Emma mit ihrer Bande aufgetaucht ist.

»Und dann haben sie sich dort verschanzt«, ruft er und zeigt auf das schwarze Auto. »Sie ha­ben Schneebälle auf unseren Holi Snoli gefeuert. Dabei haben sie Luis getroffen. Und den alten Mann auf seinem Fahrrad auch.« Niklas hat aufgeregt und ohne Pause geredet und schnappt jetzt erst mal nach Luft.

»Den älteren Herrn«, korrigiert Niklas‘ Mutter ihren Sohn und schaut den alten Mann entschuldigend an.

»Das ist schon in Ordnung«, sagt der jedoch und zwinkert Niklas verschmitzt zu. »Schließlich sind wir ja Namensvettern.«

Heißen alte Männer wie dieser hier Niklas, fragt Luis sich. Und woher kennt der alte Mann überhaupt Niklas‘ Namen?

»Ach diese Emma mit ihrer Bande. Jeden Tag lassen sie sich etwas Neues einfallen. Die Kinder fürchten sich vor ihnen. Das kann so nicht weitergehen«, klagt Niklas Mutter verärgert.

»Ach, das lassen Sie mal meine Sorge sein«, erwidert der alte Herr verschmitzt. »Ich habe da so meine Beziehungen zu höchsten Instanzen. Ich bin sicher, es wird keinen Grund mehr zur Klage geben. Ein frohes Weihnachtsfest allerseits. Und vielen Dank.«

Sprachs und radelt auf seinem alten Drahtesel davon.

Luis, Niklas und seine Mutter starren ihm wortlos hinterher.

»Du blutest ja, Luis«, ruft Niklas erschreckt, als Fahrrad und Mann hinter einer Wegbiegung verschwunden sind.

»Tatsache!«, bestätigt Niklas‘ Mutter und streicht Luis vorsichtig die Haare aus der Stirn, um sich das Malheur genauer anzusehen.

»Du bist der Luis aus der Hauptstraße!« Es war eine Feststellung, keine Frage. »Komm mit! Das müssen wir kühlen!«

»Schön ist euer Schneemann geworden», bemerkt sie, als sie an Holi Snoli vorbeigehen.

Niklas hebt das Auge auf und drückt es wieder an Ort und Stelle fest.

»Ich finde, dafür habt ihr ein Stück Weihnachtskuchen verdient.«